Dir stinkt dein Job....Zieh durch. Woanders ist es auch nicht besser. Du hast es doch eigentlich gut da... Oder, geh halt, aber jammer nicht, stell nicht in Frage. Denk aber immer dran. Woanders... und überhaupt. Mach halt...ist doch nur ein Job.
Deine Beziehung nervt? Was stimmt denn nicht? Es ist doch alles in Ordnung. Warum man immer nach etwas besserem suchen muss...
Du wirkst unzufrieden. Was soll das denn?! Es geht dir doch gut. Das sieht man doch. Der Job, die Wohnung, der Mann ... unzufrieden sein... das darfst du nicht.
Etwas ändern ist out. Hinnehmen ist das neue am Puls der Zeit sein. Nicht jammern. Sondern froh sein, dass der Chef ein Unmensch ist. Das der Partner doof und die Gesundheit unzuverlässig. Aber das ist noch lange kein Grund zu jammern. Durchziehen. Augen zu und durch. Die 3 im Leben so hinnehmen - hat es doch in der Schule mit einer 3 auch immer gereicht.
Anders aussehen, anders sein - bloß nicht. Das schickt sich nicht, das will die Gesellschaft nicht. Juckt uns das? Und wenn ja, warum genau? Wem tun wir weh mit einem Tattoo oder pinkem Haar, mit einem Loch in unserer Jeans und Turnschuhen, die wir zu Arbeit tragen?!
Bloß nicht nach mehr streben. Nicht den Gedanken daran verschwenden, zufrieden zu sein. Das Beste und Größte aus diesem Leben herauszuholen. Warum denn? Da kommt doch noch so viel danach. Warum denn dieses eine Leben auskosten. Alles aus ihm heraus holen... Vor allem, wenn man in einer Gesellschaft lebt, in der theoretisch alles möglich ist. Vor allem, wenn man genau auf dem Teil dieser Welt lebt, auf dem auch praktisch alles möglich ist.
Weniger wollen, weil es anderen schlechter geht? Weil alle einen doofen Chef haben und die meisten ihren Partner die meiste Zeit doof finden?
Warum nicht das Beste wollen. Nach Großem streben - und das kann für jeden etwas ganz anderes bedeuten. Das Große haben oder anvisieren und dann denen, denen es schlechter geht, davon etwas abgeben. Den Teil dazu beitragen, damit für viele das Beste gerade gut genug sein kann.
Erkennen, dass das Leben einzigartig ist. Und vorbei geht. Nichts mehr zurück kommt. Und am Ende keiner danach fragt.
Dienstag, 7. Juni 2016
Montag, 21. März 2016
365 Tage
Seit ich auf der Welt bin, warst du immer da. Ab früher Kindheit sogar jeden Tag, denn ab da haben wir unter einem Dach gewohnt. Viele Abende und Nächte habe ich bei dir verbracht. Durfte immer lange auf bleiben, aus den großen Saftgläsern trinken.
Mit dir habe ich das erste Mal Arachnophobia geschaut - danach nie wieder, ich grusel mich immer noch. Durch dich lernte ich (alle Folgen) Bud Spencer und Terence Hill kennen, mit dir lachte ich tausend mal über Luis de Funès.
Niemand machte so schön "Schulz" wie du und nach deinem Pfannkuchen schmeckt nie wieder einer so gut.
Ungefähr 5 Mal hast du versucht, mir das Stricken beizubringen.
Nun bist du seit 365 Tagen nicht mehr hier und das bricht mir nur deshalb nicht jeden Tag das Herz, weil ich versuche, nicht so viel an dich zu denken. Nicht, weil ich nicht gerne an dich denke, sondern weil mich das jetzt noch viel zu traurig macht.
365 Tage ohne dich ... und somit jeder der 365 Tage ein bisschen schlechter, als jeder Tag vorher mit dir.
Ab und an aber kann ich an dich denken und dann denke ich zum Beispiel an unseren letzten gemeinsamen Tag und daran wie wir Torte gegessen haben und darüber Tränen lachten, wie verrückt du dich im Krankenhaus benommen hast. Einmal noch so richtig herzlich lachen wolltest du ... und das haben wir!
Du fehlst!
Freitag, 12. Februar 2016
Ich packe meine Truhe...
...verschnüre sie gut und vergrabe sie im Keller.
So gehe ich mit meinen Sorgen um. Mit Gedanken, die mich irgendwann zu sehr quälen. Mit Problemen, die unabänderlich sind.
Man könnte das Verdrängung nennen. Ich nenne es Lebensrettung.
Wenn ich merke, dass ich mich in dieser fiesen Spirale befinde, in der sich die Gedanken und Sorgen immer und immer wieder um sich selbst drehen. So lange, bis sie dich völlig gefangen halten und ein klares denken nicht mehr zulassen.... dann nehme ich gedanklich meine Sorgen und blöden Gedanken und sperre sie in eine Holztruhe. Diese verschnüre ich gut mit einer großen Metallkette, gehe in den Keller und grabe ein tiefes Loch. Darin vergrabe ich die Kiste mit den fiesen Gedanken....
Manchmal, da schafft es ein Gedanke zu entkommen. Manchmal sogar, schaue ich noch mal kurz in die Truhe und probiere den einen Gedanken neu zu denken. Betrachte ihn noch mal von allen Seiten, fühle noch mal in ihn hinein. Wenn ich aber merke, dass der Gedanke mich wieder an diesen Punkt bringt, werfe ich ihn zurück in die Truhe und buddel das Loch diesmal sicherheitshalber noch ein bisschen tiefer...
Letztendlich müssen wir weitermachen. Oder aufgeben. Aber das ist nicht drin. Und zum weitermachen ist es manchmal notwendig, einige Dinge zu vergraben. Weil man sich im Kreise dreht, weil man nie eine Antwort bekommen wird, weil es sich nicht ändern lässt.
Und dann steigt man aus dem Keller, schmeißt die Schaufel beiseite, klopft sich den Dreck von der Hose und .... macht weiter....
Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich so wenig als möglich von ihnen bestimmen lässt.
[Johann Wolfgang von Goethe]
So gehe ich mit meinen Sorgen um. Mit Gedanken, die mich irgendwann zu sehr quälen. Mit Problemen, die unabänderlich sind.
Man könnte das Verdrängung nennen. Ich nenne es Lebensrettung.
Wenn ich merke, dass ich mich in dieser fiesen Spirale befinde, in der sich die Gedanken und Sorgen immer und immer wieder um sich selbst drehen. So lange, bis sie dich völlig gefangen halten und ein klares denken nicht mehr zulassen.... dann nehme ich gedanklich meine Sorgen und blöden Gedanken und sperre sie in eine Holztruhe. Diese verschnüre ich gut mit einer großen Metallkette, gehe in den Keller und grabe ein tiefes Loch. Darin vergrabe ich die Kiste mit den fiesen Gedanken....
Manchmal, da schafft es ein Gedanke zu entkommen. Manchmal sogar, schaue ich noch mal kurz in die Truhe und probiere den einen Gedanken neu zu denken. Betrachte ihn noch mal von allen Seiten, fühle noch mal in ihn hinein. Wenn ich aber merke, dass der Gedanke mich wieder an diesen Punkt bringt, werfe ich ihn zurück in die Truhe und buddel das Loch diesmal sicherheitshalber noch ein bisschen tiefer...
Letztendlich müssen wir weitermachen. Oder aufgeben. Aber das ist nicht drin. Und zum weitermachen ist es manchmal notwendig, einige Dinge zu vergraben. Weil man sich im Kreise dreht, weil man nie eine Antwort bekommen wird, weil es sich nicht ändern lässt.
Und dann steigt man aus dem Keller, schmeißt die Schaufel beiseite, klopft sich den Dreck von der Hose und .... macht weiter....
Des Menschen größtes Verdienst bleibt wohl, wenn er die Umstände soviel als möglich bestimmt und sich so wenig als möglich von ihnen bestimmen lässt.
[Johann Wolfgang von Goethe]
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